Win-Win-Situation: Der sinnvolle Einsatz von QR-Codes im Store

Wir leben in einer Multichannel-Welt, in der der moderne Konsument von Unternehmen eine perfekte Verschmelzung von On- und Offline erwartet. QR-Codes sind eine hervorragende Möglichkeit dem Benutzer am Point of Sale zusätzliche Services oder Brand Experience zu bieten. Vorausgesetzt – sie werden richtig eingesetzt. 

In diesem Artikel zeigen wir Ihnen wie eine bekannte Fashion-Brand QR-Codes im Geschäft einsetzt und was an der Umsetzung verbessert werden sollte, um die Idee mit wirklichem Mehrwert für den Kunden auszustatten.

Gut gemeint, schlecht umgesetzt…

Stellen Sie sich folgende Situation vor: Sie schlendern an einem Einkaufssamstag durch den Store einer jungen, angesagten Fashionkette. Zwischen den unzähligen Kleiderständern bleibt ihr Blick an einem potentiellen Lieblingsstück hängen und Sie beginnen sich durch den Berg an unsortierten Größen zu kämpfen. Und wie so oft: Ihre Größe ist nicht dabei. Sie sind etwas enttäuscht und führen die Suche nach Alternativen fort. Obwohl Ihnen diese Situation sehr bekannt vorkommt, geben Sie nach drei gleichen Anläufen die Suche auf und verlassen entnervt den Shop. Solche negativen Einkaufserlebnisse führen zu Frustration und senken mit jedem Mal – bewusst oder unbewusst – die Motivation in Ihrem Geschäft weiter zu shoppen oder es überhaupt wieder zu betreten.

Der Lösungsansatz eines Unternehmens sieht folgendermaßen aus:

Auf den Kleideretiketten sind neben den Produktinformationen auch ein QR-Code angebracht, darunter steht “Not your size? Check it online!”. Eigentlich keine schlechte Idee…der Sale soll auf den Online-Kanal verschoben werden, wenn ein Kaufabbruch im Shop zu befürchten ist. Beim genaueren Betrachten zeigen sich allerdings zwei Schwachstellen, die es zu beachten gilt:

  • Platzierung des QR-Codes
  • Nutzen des QR-Codes

Die Platzierung des QR-Codes

Der sogenannte Tag wird meist an unauffälligen Stellen an der Kleidung angebracht, um diese nicht zu beschädigen. Damit hängt die Aufforderung zum Online-Shopping in einem nicht sichtbaren Bereich, wenn – wie in den meisten Shops üblich – die Kleidergröße zum schnelleren Durchsuchen auch an den Kleiderhäken angebracht ist. D.h. die Platzierung des QR-Codes ist essentiell für seine Nutzung! Wird der passende Artikel im POS gefunden, gekauft und das Tag zuhause entfernt und der Code entdeckt, ist er zwar bemerkt worden, allerdings nicht von dem Kundensegment auf das der Marketer abgezielt hat.

Er soll von dem potentiellen Kunden genutzt werden, der das passende Kleidungsstück noch nicht gefunden hat und bei dem die Gefahr besteht den Einkauf abzubrechen.

Daher: Den QR-Code sofort sichtbar und so anbringen, dass auf eine möglichst kurze Frustrationsphase eine rasche, passende Service-Lösung des Unternehmens geboten wird. Eine Lösung wäre den Code auf die Präsentationsfläche zu drucken, die für die Preiskommunikation genutzt wird und sofort ins Auge springt.

Der Nutzen des QR-Codes

Nun zum Nutzen des Codes für den Kunden: In einem POS sein Smartphone aus der Tasche zu nehmen, den Code-Reader zu öffnen, den Code zu scannen und auf die geladene Seite zu warten, kostet den Kunden Aufwand. Dazu kommen unter Umständen andere Kunden, die sich vorbeidrängen, laute Musik und stickige Luft, die die Situation zusätzlich beeinflussen. Diesen Aufwand müssen Sie als Unternehmen mit einem positiven Online-Erlebnis und einem klar erkennbaren Nutzen hinter dem QR-Code kompensieren. Überwiegen die subjektiven Kosten dem Nutzen entsteht eine negative Bilanz in der Wahrnehmung des Kunden, die Ihrem Unternehmen zugeschrieben wird.

Scannt man den oben abgebildeten Code, gelangt man….auf die Startseite. Hier kommt das Problem des Nutzens ins Spiel. Die Weiterleitung auf die Startseite bringt dem Kunden kein befriedigendes Ergebnis, denn weder sieht er unmittelbar das gewünschte Produkt, noch die passende Produktkategorie. Die individuelle Costumer Journey, in der er sich gerade befindet, wird durch die unpassende Landing Page unterbrochen. Auch die Eingabe der Artikelnummer in der Suche führt nicht zum Produkt. Das Versprechen “Not your size? Check it online!” kann also gar nicht eingelöst werden.

Daher: Achten Sie unbedingt darauf mit QR-Codes Service-Charakter zu stiften und sie nicht als generisches Gimmick (Startseite als Landing Page) zu verwenden.

Verlinken Sie auf das passende Produkt oder, sollte es bereits ausverkauft sein, auf Alternativen. Eine weitere Möglichkeit wäre die Lagerbestände je Shop anzuzeigen, um den Kunden zu motivieren das Verkaufspersonal anzusprechen und sich das Kleidungsstück bringen zu lassen.

Fazit: Der Einsatz von QR-Codes zur Multichannel-Verschmelzung am POS ist für das Unternehmen sinnvoll, wenn er für den Kunden sinnvoll konzipiert ist und Lösungen bietet. Zu beachten sind 1) die Platzierung passend zur Einkaufssituation zu wählen und 2) eine unkomplizierte Lösung für das aktuelle Problem zu bieten.

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