Bessere Rankings durch Google-Snippet CTR Optimierung

Dass Google Nutzerdaten auswertet ist nichts Neues. Schon seit Ende 2014 sehe ich Seiten mit wenigen Backlinks auf Top Positionen platziert. Dies deckt sich mit den Searchmetrics Rankingfaktoren für 2015. Nutzerverhalten ist auf Platz 1.

Und ja! Nach ein paar eigenen Tests kann ich nur sagen “it’s magic”, wie man plötzlich als Newcomer, an alteingesessenen “Backlink-Flaggschiffen” vorbeizieht.

Welche Nutzerdaten sind wichtg?

Es gibt 3 verschiedene Metriken, die für Google ausschlaggebend sind und von denen wir wissen.

  • Click-through-Rate (CTR)
    Anteil Klicks durch Impressionen in %. Wird in den Webmastertools angezeigt.
  • Dwelling Time
    Die Dauer, bis ein User wieder zurück zu Google navigiert.
  • Brand Search
    Die Anzahl der User, die nach einem Markenamen (z. B. BMW, Merceds oder Audi) suchen oder Keywords in Kombination mit dieser Marke suchen.

Dieser Artikel wird sich ausschließlich mit der Optimierung der CTR beschäftigen. Dwelling Time und Brand Search Optimierung haben einen eigenen Artikel verdient.

Optimierung der Click-through-Rate

Die Optimierung der CTR besteht aus 2 Teilen. Erste Aufgabe ist, sich die Top 10 Ergebnisse des targetierten Keywords anzusehen. Ich nehme mal als Beispiel “japanische Rezepte”.

Danach schaue ich mir Titel und Beschreibungen der ersten Snippets genau an und überlege mir, welches Ergebnis als erstes auffällt? Welchen Titel würde ich klicken und warum?

 

snippet-eatsmarter

Bei diesem Ergebnis sticht der erste Titel tatsächlich sofort ins Auge. Eine Zahl gleich am Anfang, die Brand in Großbuchstaben und ein Sonder|zeichen ist auch mit dabei.

 

snippet-chefkoch

Chefkoch hingegen hat einen relativ kurzen Titel, der einfach mein Keyword beinhaltet. In der Beschreibung ist zwar auch eine Zahl, aber die wird ganz schnell mal übersehen.

 

snippet-nekobento

Das dritte Ergebnis finde ich nicht relevant. Als ich nach japanischen Rezepten gesuchte, wollte ich mich nicht nur auf “Bento” beschränken.

 

Nun kommt die eigentliche Arbeit. Ich will auffälliger und interessanter sein, als die anderen. Das kann durch Zahlen, Sonderzeichen oder “Buzzwords” erreicht werden.

Buzzwords sind Wörter, welche wir mit starken Emotionen verknüpfen. Beispielsweise: Achtung, Sexy, Stop, Geil, Millionär, Rock ‘n Roll, Yeah, Angela Merkel geheim, Geld, Todesfälle, Urlaub usw. Ob wir diese begriffe als Positiv oder Negativ empfinden, ist relativ egal. Wir erkennen unterbewusst das Muster des Wortes innerhalb eines Sekundenbruchteils und schon folgt ein Feuerwerk unserer Neuronen.

Ein weiterer Vorteil ist die Intention des Nutzers zu kennen. Wer nach “Nasenspray” sucht, ist eher an einer schnellen Lieferung, als an einem günstigen Preis interessiert. Bei Fashion ist ggf. eine große Auswahl und der Preis wichtig.

In unserem Beispiel ist vermutlich Vielfalt, Exklusivität und der Aufwand ausschlaggebend. Für den Anfang sollten 2-3 Variationen des Titels genügen. Ich würde zum Beispiel folgende Titel testen:

 


Selten und exklusiv? Klingt besonders und geheimnisvoll oder?

 


Selten wollen die Leute nicht? Dann könnte man es mal mit den 100 besten Rezepten versuchen.

 


Hat alles nichts gebracht? Dann versuchen wir es mal mit Sonderzeichenalarm, wobei diese Variante mit Vorsicht zu genießen ist, da es ein Signal für Spam ist oder werden kann.

 

Nun haben wir die Titel. Nun müssen wir nur noch herausfinden, welcher die beste Performance liefert. Dafür werde ich jeden Titel für ca. 5000 Impressionen testen.

Hol dir die Daten!

Advancedwebranking veröffentlicht jedes Jahr eine Statistik der durchschnittlichen Google CTR. Demnach hat ein generisches Keyword im Durchschnitt 26,61 % CTR auf der ersten Position, 14,88% auf der zweiten Position und 9,54% auf der dritten Position usw…

Position
1
2
3
4
5
6
7
8
9
10
⌀ CTR in %
26,61 %
14,88 %
9,54 %
6,49 %
4,54 %
3,32 %
2,54 %
1,98 %
1,55 %
1,12 %
⌀ mit Ads
21,48 %
14,68 %
10,66 %
7,91 %
5,97 %
4,65 %
3,73 %
3,03 %
2,52 %
2,04 %
⌀ ohne Ads
30,05 %
19,48 %
12,60 %
8,57 %
6,06 %
4,36 %
3,27 %
2,54 %
2.06 %
1,59 %

 

Diese Daten muss man nun in eine Exceltabelle oder ein Google Spreadsheet einfügen.

Fertig?

Dann geht’s ab zu Google Webmastertools, wo man die Impressionen & Klicks der letzten 90 Tage exportieren kann. Die Daten findet man unter Suchanfragen > Suchanalyse.

Suchanalyse

 

Keyword AuswahlUm ein bestimmtes Keyword auszuwählen, muss man “nach Abfragen filtern” und “Suchanfragen mit” wählen. So kann ein gewünschtes Keyword definiert werden.

Zu guter Letzt müssen wir noch den Zeitraum auswählen. Das Maximum sind 90 Tage. Auf ältere Daten kann man nicht mehr zugreifen!

 

Zeitraum Auswahl

Ganz unten links kann man die Daten als Tabelle herunterladen.

Auswertung der Daten

Aus der Liste sind die Spalten “Datum”, “Klicks” und “Impressionen” interessant.

Die Positionsdaten kann man ebenfalls aus den Webmastertools übernehmen.

Nun wird es etwas komplexer. Ich möchte nämlich die erwartete CTR mit meiner tatsächlichen CTR abziehen. Kommt ein negativer Wert heraus, liege ich unter der durchschnittlichen CTR. Alles was darüber ist, wird als positiver Wert angezeigt. Die Formel sieht wie folgt aus:

Formel

Nun hat man eine tägliche Übersicht, ob man über oder unter der durchschnittlichen CTR der Google Suchergebnisse liegt und zwar unabhängig von der Position. Nun kann ich meine Titel und Beschreibungen im 2 – 3 Wochentakt A/B testen. Die Erwartung, in meinem Fall die Spalte F, kann man sich wunderbar als Liniendiagram ansehen. Die rote Linie markiert eine Titeländerung.

Diagram-ctr

Abschließende Gedanken

Mal abgesehen davon, dass eine bessere CTR tatsächlich mehr Klicks bedeutet, ist sie ein wichtiger Rankingfaktor geworden. Wer die Nutzerdaten in Zukunft ignoriert, wird sich “unten” anstellen müssen.

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