Neue Features bei Google Analytics » Die Top 3 in 2016

Neue Features bei Google Analytics: Google arbeitet unermüdlich an der Erweiterung und Verbesserung von Google Analytics. Zu Jahresbeginn stelle ich Ihnen gleich die Top 3  bei Google Analytics vor, die Ihnen neue Einblicke und Insights in Ihre Daten gewähren: 

  • Audience Insight Report
  • Active Users Report
  • Smart Goals

Anmerkung: Die Features sind noch nicht in Ihrem Google Analytics Account verfügbar? Keine Sorge: Google ist gerade dabei diese für alle Accounts auszurollen – was aufgrund der starken Nutzung von GA eine Zeit lang dauern kann.

Audience Insight Report

Das erste neue Feature bei Google Analytics ist der Audience Insight Report (auf Deutsch: Zielgruppeninformationen); zu finden in den Berichten unter dem Punkt “Zielgruppe”. Dieser zeigt, welche Zielgruppen die relevantesten für Ihr Unternehmen sind, sowie dessen potentielle Größe.

Neue Features bei Google Analytics: Audience Insight Report in GA

Die primäre Dimension ist die Affinitätskategorie z.B. Movie Lovers oder Mobile Enthusiasts. Sekundäre Dimensionen gibt es gleich zwei: Alter und Geschlecht . Und es kann sogar noch eine beliebige dritte hinzugefügt werden!

Das Wichtigste sind jedoch die zwei neuen Metriken, die Zielgruppen-Informationen in einem ganz neuen Licht erstrahlen lassen:

  • Globaler Zielgruppenindex (Global Audience Index): Diese Metrik gibt an wie relevant die Zielgruppe für das Unternehmen ist. Ein Wert über 1 bedeutet, dass die Zielgruppe überproportional hohes Interesse an der Website hat. Dieser sollte besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
  • Globale Größe der Zielgruppe (Global Audience Size): Diese Metrik gibt die potentielle Größe der Zielgruppe an (kaufmännisch gerundet) – was besonders bei jenen mit hohem Zielgruppenindex interessant ist. 

Mit dem Audience Insight Report kann also sehr einfach evaluiert werden, welche Zielgruppe wie relevant für Ihr Unternehmen ist – nicht nur auf Basis der Websitenutzung sondern auch bezogen auf Ihre Ziele, Ecommerce Transaktionen und Floodlights (im Screenshot rot gekennzeichnet).

In unserem Fall sind die bedeutendsten Zielgruppen beispielsweise Sports Fans, Business Professionals und News Junkies. Interessant ist, dass unsere Zielgruppe überwiegend zwischen 25 und 34 Jahre alt und weiblich ist. Mit dieser Information lassen sich unsere Zielgruppen für AdWords und DoubleClick Kampagnen viiiel besser und genauer targeten – ein unheimlicher Mehrwert.

Active Users Report

Der zweite neue Report ist der Active Users Report (auf Deutsch: Aktive Nutzer); ebenfalls zu finden in den Berichten unter dem Punkt “Zielgruppe”.  Dieser zeigt das Interesse der User an Ihrem Unternehmen an der Anzahl aktiver Nutzer. Dargestellt wird dabei der Trend im Zeitverlauf – auf User-Basis. 

 Für diesen Report hat Google gleich vier neue Metriken eingeführt:

  • Nutzer, die am letzten Tag der gewählten Zeitspanne aktiv waren
  • Nutzer, die in den letzten 7 Tagen aktiv waren
  • Nutzer, die in den letzten 14 Tagen aktiv waren
  • Nutzer, die in den letzten 30 Tagen aktiv waren

Werden alle Metriken über einen Klick auf die Checkbox angehakt, schaut der Report wie folgt aus: 

Active User Report in GA

So richtig genial wird er jedoch erst durch Segmentierung (Slice & Dice your data!) – denn dadurch kommen die wahren Insights zum Vorschein! Ich habe mir beispielsweise zwei Segmente angelegt: User auf Desktop Geräten und User auf Mobilen Geräten (inkl. Tablets).

Active User Report in GA mit Segmenten

Betrachtet man die Tabelle unter der Grafik sieht man auf den ersten Blick, dass die Metriken des Desktop Traffics immer doppelt so hoch sind wie jene des Mobilen Traffics – konstant über das Monat hinweg.  Jedoch darf Mobiler Traffic nicht außer Acht gelassen  werden, denn die Nutzung hat sich nach 7 Tagen gleich versiebenfacht und nach 14 Tagen sowie einem Monat jeweils nochmal verdoppelt . Es gibt also rund 50% weniger Mobile User, diese sind dafür im Schnitt umso aktiver. Eine brisante Erkenntnis!

Erhöht sich die Anzahl der aktiven User über einen längeren Zeitraum, ist das ein gutes Zeichen. Sinkt die Anzahl hingegen, ist das ein negatives Signal, das im Detail analysiert werden muss. Die User konnten zwar auf die Website gebracht werden, allerdings konnten sie nicht in ein Langzeit-Engagement konvertiert werden. Möglicherweise stimmen Werbeanzeigen nicht mit dem Inhalt der Landingpages überein oder das Interesse der User konnte nicht geweckt werden.

Dieser Report ist jedenfalls ein sehr guter Indikator um festzustellen, ob etwas nicht so läuft, wie man es sich wünscht. 

Smart Goals: Website Visits als Conversion

Das dritte neue Feature bei Google Analytics sind Smart Goals (auf Deutsch: Intelligente Zielvorhaben). Damit macht Google vor allem KMUs eine Freude, die bislang keine Conversions messen konnten, da ihre Website über keine klaren Ziele verfügt. Conversions sind jedoch bedeutend für Optimierungsmaßnahmen – allen voran (und nicht ganz uneigennützig für Google selbst) für Suchmaschinenmarketing in Google AdWords.

Misst man beispielsweise die Ecommerce Transaktionen eines Webshops in Google Analytics und importiert diese in Google AdWords kann zusätzlich zum CPC (cost per click) und CPA (cost per acquisition) auch ein Target CPA hinterlegt werden. Dieser macht es möglich, die AdWords Ausgaben an der Wahrscheinlichkeit zu optimieren, mit der Conversions erzielt werden. Was machen aber Unternehmen, die keine Transaktionen oder andere Ziele in GA messen? Jedenfalls schlechte Marketing Entscheidung treffen, da keine vorhandenen Daten als Grundlage verfügbar sind! Genau da setzen SmartGoals an!

Was sind Smart Goals?

Mit Smart Goals werden User erkannt, die mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit konvertieren würden, wenn es diese Möglichkeit auf der Website gäbe. Dazu setzt Google einen globalen Algorithmus ein, der konventierende User auf Basis von vielen verschiedenen Faktoren wie Sitzungsdauer, Anzahl der besuchten Seiten pro Sitzung, Gerät, Browser, etc. analysiert. Mit jeder Conversion lernt der Algorithmus dazu und versteht, wie sich User auf der Website verhalten, wenn sie konvertieren. Dieser Algorithmus wird nun auf alle User angewandt und eine Punktezahl ermittelt; jene User mit der höchsten Punkteanzahl werden als Convertierer betrachtet. 

Wie können Smart Goals genutzt werden?

Das Tolle an Smart Goals ist, dass sie ratzfatz erstellt sind: Im Bereich “Verwalten” auf Datenansichtsebene unter “Zielvorhaben” werden Smart Goals angelegt (eines pro Datenansicht und nur für Website Views!) – wie ein “normales” Ziel.

Unter Berichte → Conversions → Zielvorhaben → Intelligente Zielvorhaben sieht man dann das Ergebnis: Im November hat Google für uns 1.713 Zielabschlüsse erkannt – rund 2,69% des Gesamtwerts. 

Neue Features bei Google Analytics

Der eigentliche Zweck von Smart Goals ist es, diese in Google AdWords zu importieren und damit seine AdWords Kampagnen zu verbessern. Wie genau das geht, beschreiben Abishek Sethi, Software Engineer, und Joan Arensman, Product Manager bei Google in ihrem Inside AdWords Blog.

Einziger Nachteil: SmartGoals sind an einige Limits gebunden (siehe Details in unserer Google Analytics Datenlimits Dokumentation). So sind diese beispielsweise nur in jenen Datenansichten verfügbar, die mit einem AdWords Account verlinkt sind. Weiters müssen in AdWords zumindest 1.000 Klicks im letzten Monat eingelaufen sein, damit ein SmartGoal erstellt werden kann. Und: Die Datenansicht darf nicht mehr als 1 Million Hits pro Tag erzielen (für GA 360 Kunden also unbrauchbar!).  Smart Goals können auch nicht umkonfiguriert oder an eigene Bedürfnisse angepasst werden. Es muss dem Algorithmus von Google vertraut werden! 

Google hat hier also ein Feature entwickelt, das sich ganz speziell an kleine Websites mit wenig Traffic richtet, die über keine Ziele verfügen. Das finde ich richtig gut, denn es gibt auch den Kleineren die Möglichkeit, wie Große zu optimieren!

Testen Sie die neuen Features und überzeugen Sie sich selbst! Falls Sie dabei Hilfe brauchen, sind Sie bei uns an der richtigen Stelle: Kontaktieren Sie uns via kontakt@e-dialog.at oder wa@e-dialog.at.

Beitragsbild: Konstantin Gastmann  / pixelio.de

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4 Kommentare zu “Neue Features bei Google Analytics » Die Top 3 in 2016

  • Hallo Michaela Linhart,

    danke für den Beitrag.
    Eine der wenigen, der den “Smart goals”, wie ich finde zu recht, etwas positives abgewinnen kann.
    Ich glaube diese werden, weil zu sehr “black box” in der SEA-Welt unterschätzt.
    Siehe adwordsforum:
    https://www.de.advertisercommunity.com/t5/Grundlagen/intelligente-Ziele-bzw-Smart-Goals-bei-Analytics/m-p/66149#M11067

    Mein Zwischenfazit: Lieber ‘intelligente Ziele’ und damit die Option auf CPA-Gebotsstrategien nutzen als (mangels “echter” Conversions) gar keine Ziele messen.

    Und wer gerne partout die Kontrole nicht an Google abgeben will, kann ja zumindest das Konzept dahinter adaptieren und ein ‘selbstgestricktes’ qualitatives Ziel defineren (“Sitzungsdauer größer x , Anzahl besuchter Seiten größer y” z.B.)

    Beste Grüße
    Gerald Dziersk

    • Hallo Gerald,

      vielen Dank für deinen Kommentar!

      Ich kann mir gut vorstellen, dass einige bedenken bezüglich der Smart Goals haben; immerhin ist der Algorithmus nicht transparent und gerade am Anfang noch nicht ganz ausgereift. Ich denke aber, dass sich dieser in der nächsten Zeit stark verbessern wird – denn er basiert ja auf Maschinelles Lernen und wird global eingesetzt.

      Bleibt wohl nur eins zu tun: Testen und ausprobieren! 🙂

      Liebe Grüße,
      Michaela

  • Hallo Michaela,

    Ich habe eine Verständnisfrage zum Report “Active Users”. In deinem Beitrag scheibst du, dass man hier zum Beispiel sehen kann, welche “…Nutzer, die in den letzten 7 Tagen aktiv waren…”. Im Screenshot heißt der Wert aber “Nutzer, die an 7 Tagen aktiv waren” auf Englisch heißt das auch “7 Day Active Users”.

    Kannst du noch einmal erklären, ob hier jene Nutzer summiert werden, die
    1. zumindest einmal in den letzten 7 Tagen des Beobachtungszeitraums aktiv waren,
    2. jene die in den letzten 7 Tagen (also allen 7) des Beobachtungszeitraums aktiv waren oder
    3. jene, die zumindest an 7 beliebigen Tagen im Beobachtungszeitraum aktiv waren.

    Danke
    Sandra

    • Hallo Sandra,

      eine hervorragende Frage: Die Bezeichnung ist nämlich wirklich ein wenig verwirrend!

      Die Messwerte im “Aktive Nutzer”-Bericht beziehen sich auf die Anzahl der Nutzer, die im Zeitraum X zumindest eine Sitzung auf der Website hatten. Und sie beziehen sich auf den letzten Tag des Zeitraums, den Sie für den Bericht verwenden.

      Schauen wir uns das im Detail anhand eines Beispiels an: Ich wähle als Analysezeitraum den letzten Monat, d.h. März.

      “Nutzer, die an 1 Tag aktiv waren” ist also die Anzahl der Nutzer, die am 31. März (dem letzten Tag des Zeitraums) eine Sitzung auf der Website hatten.

      “Nutzer, die an 7 Tagen aktiv waren” ist demnach die Anzahl der Nutzer, die vom 25. bis zum 31. März (den letzten sieben Tagen des Zeitraums) eine Sitzung auf der Website hatten. D.h. diese Nutzer waren zumindest einmal in den letzten 7 Tagen aktiv.

      “Nutzer, die an 14 Tagen aktiv waren” ist die Anzahl der Nutzer, die vom 18. bis zum 31. März (den letzten 14 Tagen des Zeitraums) eine Sitzung auf der Website hatten, d.h. zumindest einmal aktiv waren.

      Und: “Nutzer, die an 30 Tagen aktiv waren” ist die Anzahl der Nutzer, die vom 2. bis zum 31. März (den gesamten 30 Tagen des Zeitraums) eine Sitzung auf der Website hatten, d.h. zumindest einmal aktiv waren.

      Ich hoffe, dass beantwortet Ihre Frage.

      Liebe Grüße,

      Michaela