Warum sollte ich ein Tag Management System nutzen?

Warum sollte ich ein Tag Management System nutzen?
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Im Onlinemarketing und speziell in der Webanalyse ist es unerlässlich verschiedene Tags (das sind kleine Codeschnipsel) auf der Webseite auszugeben. Diese Codeschnipsel erfüllen die verschiedensten Aufgaben wie zum Beispiel das Tracking, Einsatz von Testing Tools, Remarketing Tags, Einsatz von Tools für das Messen und Aufzeichnen von Nutzerinteraktionen und vieles mehr. Die Liste kann sehr lange und unübersichtlich werden. Damit man den Überblick behält, nutzt man ein Tag Management System (kurz TMS). Dieses ist auch hilfreich, wenn man keine großen Programmierkenntnisse hat und dient dazu, dass man die Tags nach bestimmten Regeln feuern kann. 

Im weiteren Verlauf bekommst du einen kleinen Überblick über Tag Management Systeme und wie du sie optimal einsetzen kannst:

Was ist ein Tag Management System und welche gibt es?

Ein Tag Management System ist ein Tool, mit dem man Tags auf der Webseite sowohl verwalten kann, als auch die Ausspielung dieser regeln und steuern kann. Somit muss der Webseitenbetreiber nicht mehr alle Marketing-Pixel, Tracking-Codes usw. auf der Webseite direkt implementieren, sondern kann diese ganz einfach über das TMS regeln.
Streng genommen wird dafür keine Know-How aus der IT mehr benötigt und die Marketer können selbstständig ihre Tags verwalten.
Damit man sich einen Tag Manager besser vorstellen kann, möchte ich den Vergleich mit einem CMS (Content Management System) ziehen. Man muss es einmal aufsetzen und dann können Inhalte wie zum Beispiel Bilder, Texte und Videos selbstständig und ohne große Programmierkenntnisse verwaltet werden. Nach demselben Prinzip funktionieren auch Tag Management Systeme.

Mittlerweile gibt es am Markt schon einige Tag Management Systeme und hier alle aufzulisten und einzeln zu erklären, würde den Rahmen sprengen. Daher wird in diesem Artikel nur ein Tag Management System näher beleuchtet und zwar das am meisten genutzte Tool – der Google Tag Manager.

Google Tag Manager

Der Google Tag Manager ist in der Standardversion kostenfrei nutzbar und diese kostenfreie Version reicht auch in den meisten Fällen aus. Später im Artikel werden die Unterschiede zwischen der kostenfreien und der kostenpflichtigen Version (Google Tag Manager 360) erläutert. Bis dahin bleiben wir im Universum der kostenfreien Version.

Der Google Tag Manager kann als Container angesehen werden, in dem sich alle benötigten Codeschnipsel, Codes, weitere Informationen und Auslöseregeln befinden. Dieser Container wird auf jeder Seite (Unterseite) mit einem Codeschnipsel im Quellcode (im <head> Bereich)  in die Seite integriert. Dabei sollte man darauf achten, dass der Code soweit oben wie möglich implementiert wird, sodass dieser auch als erstes ausgeführt wird. Im Google Tag Manager (kurz GTM) ist auch eine kurze Anleitung für die Installation des Containers zu finden. Dazu muss man auf den Reiter “Admin” klicken und dann findet man auf der rechten Seite den Punkt “Google Tag Manager installieren”. Der Codeschnipsel enthält eine eindeutige Container-ID, mit der der Container identifiziert und ausgespielt wird. Diese ID findet man jederzeit in der rechten oberen Bildschirmhälfte.

Ist der Container auf der Webseite implementiert, kann man mit der Arbeit im GTM starten.

Wozu brauche ich Tags, Trigger, Variablen und Ordner?

Die zentralen Elemente im GTM sind die Tags, Trigger und Variablen. Dazu möchte ich auf jedes Element einzeln eingehen.

Tags

Die Tags sind im Prinzip das Herzstück des Google Tag Managers. Tags sind im Prinzip nichts anderes als ein HTML-Code, der sonst auf der Webseite direkt eingebunden werden würde. Um noch flexibler zu sein, kann man zusätzlich zum HTML Code, auch CSS- und Javascript-Code verwenden. Da es für viele Tags bereits Templates gibt bzw. diese im GTM schon vordefiniert sind, benötigt man meistens gar keinen Code mehr, sondern befüllt einfach eine Eingabemaske, wie in den Screenshots ersichtlich.

Tag Management System Liste aus vordefinierten Tags
Liste aus vordefinierten Tags


Tag Management System Eingabemaske eines Google Analytics Events
Eingabemaske eines Google Analytics Events


Wie man sehen kann, sind hier keine Codes ersichtlich und damit keine Programmierkenntnisse nötig. Wird man in der Liste der vordefinierten Tags nicht fündig, gibt es noch zusätzlich sogenannte “Community Templates”. Das sind Tags, die von der Community erstellt und von Google danach freigegeben wurden. Hier ist eine große Anzahl an vordefinierten Tags zu finden. Die Suchfunktion kann hier sehr hilfreich sein, damit nicht die komplette Liste durchgescrollt werden muss. 

Tag Management System Liste der Community Templates
Liste der Community Templates


Trigger

Durch Trigger wird angegeben, unter welchen Voraussetzungen ein Tag ausgespielt bzw. gefeuert werden darf. Sie definieren also die Regel, ob und zu welchem Zeitpunkt ein Tag ausgeführt oder blockiert wird. 

Bei den Triggern gibt es auch eine Liste an verschiedenen Triggertypen, die im GTM vorhanden ist. Nachdem man einen Trigger gewählt hat, können im Trigger selbst noch weitere Bedingungen für den Trigger bestimmt werden. Zu den gängigsten Triggertypen zählen die Seitenaufrufe (Seitenaufruf, DOM ist bereit und Fenster geladen), Klicks (Alle Elemente, nur Links), Nutzer-Engagements (Elementsichtbarkeit, Formular senden, YouTube Video) und die Sonstigen (Benutzerdefiniertes Ereignis, Trigger Gruppen, Verlaufsänderungen). 

Tag Management System Triggertypen
Triggertypen


Variablen

Variablen sind Werte, die Tags und Trigger noch weiter verfeinern können. Bei den Tags können dynamische Werte mit übergeben werden, um noch genauere Daten zu erhalten. Wenn man zum Beispiel beim E-Commerce Tracking den genauen Preis mit übergeben möchte, passiert das mit einer Variable, da meistens die Produkte unterschiedliche Preise haben. 

Bei den Triggern kann man noch genauere Bedingungen erstellen. Wenn man zum Beispiel einen Klick auf einen genauen Link tracken möchte, nutzt man den Link “Klick Trigger” und schreibt dann in die vordefinierte Variable “Klick URL” die genaue URL des gewünschten Links. Somit löst der Trigger nur aus, wenn auch wirklich die angegebene URL angeklickt wird. Es gibt noch viele weitere Beispiele, die in einem unserer Workshops erläutert werden. 

Bei den Variablen gibt es auch schon vordefinierte Variablen, sogenannte “Integrierte Variablen” und benutzerdefinierte Variablen, die man selbst noch weiter konfigurieren kann bzw. muss.

Tag Management System integrierte Variablen
Liste der integrierten Variablen


Weitere Features

Es gibt noch viele weitere Features im GTM, auf die ich hier nicht weiter eingehen werde, da sie schon tiefer in die Materie gehen und den Rahmen des Artikels sprengen würden. Trotzdem liste ich einige der Features mit einer kurzen Beschreibung auf: 

  • Arbeitsbereiche: Das sind, wie der Name schon sagt, eigene Arbeitsbereiche, damit Personen, die gleichzeitig im selben Container arbeiten, nicht die Änderungen, Tags Trigger oder sonstige Arbeiten des anderen überschreiben.
  • Nutzerverwaltung: Hier kann man Personen unterschiedliche Rechte geben, sodass einige nur die Tags, Trigger und Variablen nur sehen können (Leseberechtigung) und andere Personen haben volle Rechte und können Arbeitsbereiche veröffentlichen (erstellte Tag Live schalten).
  • Versionierung: Der GTM bietet eine Versionierung, sodass man ganz bequem und einfach auf vorherige Versionen zurück steigen kann und auch sehen kann, was und von wem in der jeweiligen Version veröffentlicht wurde.  
  • Ordner: Hier können Ordner erstellt werden, um mehr Strukturen und eine bessere Übersicht zu bekommen. 
  • Debugging-Modus: Mit diesem Feature kann man erstellte Tags und Trigger direkt auf der Webseite testen, ohne diese zu veröffentlichen. Das hilft beim Testing und bei der Fehlersuche enorm. Außerdem werden alle übergebenen Variablen genau ausgewiesen, sodass man die korrekte Übergabe auch testen kann. 


Unterschiede zwischen GTM und GTM 360

Die kostenpflichtige Version vom Google Tag Manager, der Google Tag Manager 360, bietet ein paar mehr Features, bei denen man prüfen sollte, ob sich die Mehrkosten auszahlen. 
Wer mehr über die Unterschiede lesen möchte, findet in diesem Artikel weitere Informationen.

Brauche ich nun wirklich ein Tag-Management System? Welche Vorteile habe ich dadurch?

Die Antwort ist sehr einfach. Es ist nicht zwingend erforderlich ein Tag Management System zu nutzen, jedoch vereinfacht es die Arbeit enorm. Daher empfehlen wir auch bei jeder noch so kleinen Webseite einen GTM zu implementieren. 

Folgende Vorteile bieten Tag Management Systeme (bei korrekter Konfiguration): 

  • Zentrale Verwaltung der Tags (der Marketing Pixel), bessere Übersicht der Tags
  • genauere Daten bzw. verbesserte Datenqualität
  • Erhöhte Agilität (keine IT nötig, jeder Marketer kann damit umgehen, Änderungen können sofort umgesetzt werden)
  • Geringe Fehleranfälligkeit (man muss nicht erst im Quellcode suchen. Außerdem reduziert der GTM mit Fehlermeldungen einige Fehlerquellen)
  • Reduzierte Kosten (keine IT nötig)
  • Keine zusätzliche Toolkosten
  • Verbesserte Ladezeiten


Brauchst du Hilfe beim Setup des Google Tag Managers oder hast du tiefgehende Fragen zu diesem Thema melde dich gerne bei uns unter: kontakt@e-dialog.at



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